„Manta Manta“ (1991)
„Manta Manta“ ist eine deutsche Actionkomödie aus dem Jahr 1991, produziert von Bernd Eichinger, Peter Zenk und Martin Moszkowicz in Zusammenarbeit mit der Constantin Film. Die Regie übernahm Wolfgang Büld. Der Film gilt als Karrierestart für Schauspieler wie Til Schweiger, Tina Ruland und Michael Kessler. Nach seiner Premiere am 3. Oktober 1991 lockte er rund 1,2 Millionen Zuschauer in die Kinos, verfehlte jedoch den Sprung in die Top 20 des Kinojahres. Bei seiner Erstausstrahlung auf RTL im Jahr 1993 erreichte er mit 11,48 Millionen Zuschauern einen Quotenrekord.

Handlung
Bertie, stolzer Besitzer eines getunten Mantas mit Mattig-Breitbau, teilt mit seinen Freunden Gerd, Hakan und Klausi die Leidenschaft für Fahrzeugtuning. Bei einer Ausfahrt mit weiteren Manta-Fahrern fordert er auf einer vierspurigen Straße einen GTI-Fahrer heraus. Um freie Bahn zu schaffen, blockieren die übrigen Mantas den Verkehr – sehr zum Ärger von Axel, einem eiligen Mercedesfahrer. Provoziert überholt Axel entschlossen und schließt sich dem Rennen an. Bertie kann das Duell durch ein riskantes Manöver vor einer Baustelle knapp für sich entscheiden. Am Treffpunkt, ihrem Stamm-Imbiss, verspottet er den unterlegenen GTI-Fahrer, bis Axel eintrifft und seinen Unmut äußert.
Ein weiteres Rennen zwischen Axel und Bertie wird vereinbart, bei dem Bertie das für eine gemeinsame Wohnung mit seiner Freundin Uschi gesparte Geld einsetzt. Trotz der Warnungen von Gerd und Uschi über die Leistungsnachteile seines Mantas gegenüber Axels Mercedes 190E entscheidet sich Bertie für das Rennen.
Die angespannte Situation eskaliert am nächsten Morgen, als Bertie Uschi zur Arbeit fahren soll, jedoch zunächst den Manta waschen will. Verärgert fährt Uschi allein, begegnet unterwegs dem Disco-Betreiber Helmut in einem Ferrari 328 GTS, der sie zur Arbeit bringt und zu einer Misswahl in seiner Disco einlädt.

Während in der Disco bei Klausi und Angie die Fetzen fliegen, weil Hakan versehentlich verrät, dass er Angie für Klausi „gebucht“ hat, macht sich Klausi beleidigt vom Acker. Gerd und Florentine legen auf dem Weg zum Rennen einen Stopp ein, lassen den Manta unbeaufsichtigt zurück – woraufhin Bertie im Vollsuff das Steuer übernimmt.
Uschi wird derweil zur frisch gekrönten Miss gewählt, nur um im selben Atemzug von ihrer Freundin zu erfahren, dass sie schwanger ist. Als sie hört, dass Bertie betrunken fahren will, schnappt sie sich kurzerhand Helmuts Ferrari und hält ihn in letzter Sekunde mit der Nachricht vom bevorstehenden Vaterglück auf.
Doch Klausi, inzwischen selbst am Steuer, fordert Axel heraus. Nach einem peinlichen Motorabwürgen startet das Rennen, und dank 270 PS kann Klausi überraschend mithalten – sehr zu Axels Frust.
Video
Persönliche Filmfan-Notiz
Für mich ist „Manta Manta“ pures 90er-Deutschland auf Zelluloid: Föhnfrisuren, Fuchsschwanz, Stammtischhumor – und trotzdem steckt da eine Menge Herz drin. Der Film ist sicher nicht subtil, aber er fängt dieses spezielle Lebensgefühl zwischen Imbissbude, Disco und Landstraße erstaunlich ehrlich ein. Gerade wenn man selbst mit Manta-Witzen, RTL-Abenden und Videotheken aufgewachsen ist, fühlt sich „Manta Manta“ weniger wie ein Film und mehr wie eine Zeitkapsel an.
Besonders schön: Zu sehen, wie Til Schweiger, Tina Ruland und Michael Kessler hier noch ganz am Anfang ihrer Karrieren stehen. Man spürt, dass niemand ahnt, wie groß einige von ihnen später werden – und genau das verleiht dem Film eine gewisse Unschuld, die heute fast schon rührend wirkt.
Fazit
„Manta Manta“ ist keine feine Satire, sondern eine laute, ölverschmierte, manchmal derbe, aber sehr ehrliche Actionkomödie aus einer Zeit, in der Autos, Kumpels und die nächste Disco das Wichtigste im Leben waren. Wer 90er-Nostalgie, getunte Karren und kernigen Ruhrpott-Charme mag, kommt an diesem Film kaum vorbei. Für mich ist er ein Stück deutscher Popkultur, das man nicht nur schaut, sondern wiedererkennt – im Sound, in den Sprüchen und in diesem ganz eigenen Gefühl von „damals“.