Krieg der Welten 2005
Der Krieg der Welten (2005): Wenn die Apokalypse plötzlich vor der Haustür steht
Als Steven Spielberg 2005 „Der Krieg der Welten“ neu verfilmte, griff er auf einen der bekanntesten Science-Fiction-Stoffe der Literaturgeschichte zurück. Die Vorlage stammt von H. G. Wells aus dem Jahr 1898 – doch Spielbergs Version mit Tom Cruise verlegt die Alien-Invasion mitten ins moderne Amerika und macht daraus einen erschreckend nahbaren Katastrophenfilm.
Eine Invasion ohne Vorwarnung

Tom Cruise spielt „Ray Ferrier“, einen geschiedenen Hafenarbeiter, der sein Leben mehr schlecht als recht im Griff hat. Als er für ein Wochenende seine beiden Kinder betreuen soll, beginnt etwas Unvorstellbares: Blitze schlagen ein, der Strom fällt aus – und aus dem Boden steigen gigantische dreibeinige Kampfmaschinen, sogenannte „Tripods“. Innerhalb weniger Minuten versinkt die Welt im Chaos.
Was „Der Krieg der Welten“ von vielen anderen Science-Fiction-Filmen unterscheidet, ist die Perspektive. Es geht nicht um Militärstrategien oder heldenhafte Gegenangriffe, sondern um **reine Flucht und Überleben**. Ray ist kein Actionheld, sondern ein überforderter Vater, der versucht, seine Kinder in einer Welt zu schützen, die buchstäblich auseinanderbricht.
Spielberg setzt auf Angst statt Spektakel
Obwohl der Film visuell beeindruckend ist, nutzt Spielberg die Effekte nicht als Selbstzweck. Die Tripods wirken weniger wie klassische Science-Fiction-Monster, sondern eher wie Naturkatastrophen auf Beinen . Besonders eindrucksvoll sind die ersten Angriffsszenen: Panik, Staubwolken, schreiende Menschen – vieles erinnert bewusst an reale Katastrophenbilder und verleiht dem Film eine unangenehme Intensität.
Auch der Sound spielt eine große Rolle. Das tiefe, hornartige Geräusch der Tripods ist bis heute ikonisch und sorgt für echte Gänsehaut. Die Bedrohung ist oft schon zu hören, bevor man sie sieht.
Familie im Mittelpunkt der Zerstörung
Im Kern ist „Der Krieg der Welten“ kein klassischer Alienfilm, sondern ein Familiendrama im Ausnahmezustand . Die Beziehung zwischen Ray und seinen Kindern – gespielt von Dakota Fanning und Justin Chatwin – steht im Mittelpunkt. Gerade Dakota Fanning überzeugt mit einer emotionalen Leistung, die dem Film zusätzliche Tiefe gibt.
Ray entwickelt sich im Laufe der Geschichte vom verantwortungslosen Vater zu jemandem, der bereit ist, alles für seine Kinder zu opfern. Diese persönliche Entwicklung macht den Film greifbarer und emotionaler als viele Genre-Kollegen.
Nähe zur Buchvorlage – und klare Unterschiede
Wie schon im Roman von H. G. Wells scheitern die Außerirdischen letztlich nicht an menschlichen Waffen, sondern an etwas viel Banalerem. Spielberg übernimmt diesen Kern, passt ihn jedoch an ein modernes Publikum an. Während das Buch stark gesellschaftskritisch ist, liegt der Fokus im Film stärker auf individueller Angst und Orientierungslosigkeit in einer globalen Krise.
Fazit: Düster, intensiv, bis heute relevant
„Der Krieg der Welten“ ist kein leichter Unterhaltungsfilm. Er ist düster, teilweise beklemmend und bewusst unangenehm. Gerade das macht ihn aber so wirkungsvoll. Spielberg zeigt eine Welt, in der der Mensch plötzlich nicht mehr die Kontrolle hat – ein Thema, das auch Jahre nach der Veröffentlichung nichts von seiner Relevanz verloren hat.