Der gekaufte Tod (1980): Überwachung, Medienmacht und Moralfragen
Death Watch – Der gekaufte Tod (1980) – Medienkritik, Überwachung und Romy Schneider
Genre: Science-Fiction • Thriller • Drama
Death Watch – Der gekaufte Tod ist ein dystopischer Science-Fiction-Krimi aus dem Jahr 1980. Romy Schneider spielt die Schriftstellerin Katherine Mortenhoe, die in einer Zukunft lebt, in der Medien den Tod zur Unterhaltung machen. An ihrer Seite steht Harvey Keitel als Roddy, ein Mann, der buchstäblich mit seinen Augen filmt.
Death Watch: Eine Zukunft, in der der Tod zum TV-Spektakel wird
Die Handlung
Der Film spielt in einer unbestimmten Zukunft, wie sie sich Ende der 1970er Jahre vorstellen ließ. Krankheiten werden operativ entfernt, der Tod ist selten geworden – und gerade deshalb wird er zur Ware. Die populärste Fernsehsendung heißt Death Watch, eine Show, die die letzten Wochen eines sterbenden Menschen live überträgt.
Katherine Mortenhoe, eine erfolgreiche Autorin, erhält die Diagnose einer unheilbaren Krankheit. Das TV‑Team von Death Watch setzt sie unter Druck, ihren Tod öffentlich zu machen. Zunächst lehnt sie ab, doch der Druck wächst, und schließlich unterschreibt sie einen Vertrag. Als ihr bewusst wird, was dies bedeutet, flieht sie.
Auf ihrer Flucht begegnet sie Roddy, ohne zu wissen, dass er für die Show arbeitet. Roddy hat sich eine Kamera ins Gehirn implantieren lassen – alles, was er sieht, wird live übertragen. Während Katherine und Roddy gemeinsam extreme Situationen durchstehen, beginnt er, sie zu mögen. Der moralische Konflikt wird für ihn unerträglich, und er entscheidet sich, sein Augenlicht zu zerstören, um die Überwachung zu beenden.
Katherine findet schließlich ihren eigenen Weg, um dem entwürdigenden Spektakel ein Ende zu setzen.
Hintergrund
Die Vorlage stammt vom Schriftsteller David G. Compton, der sich selbst als unterschätzten Autor sah – ähnlich wie Katherine im Film. Regisseur Bertrand Tavernier inszenierte die Zukunft bewusst minimalistisch: blasse Farben, nüchterne Kulissen und ein Glasgow, das eher Gegenwart als Zukunft zeigt.
Die deutschen Dialoge schrieb Géza von Radványi. Der Film enthält zudem das Kinodebüt von Robbie Coltrane, der später als Hagrid in den Harry‑Potter‑Filmen weltbekannt wurde.
Erstaufführungen
Frankreich: 23. Januar 1980
Deutschland: 9. Mai 1980
Kritiken
„Ein origineller, realitätsnaher Thriller … nicht ohne tiefgehende Ansätze und unterhaltende Qualitäten.“
– Lexikon des Internationalen Films
„Mit einer Kühle, die dem Film eine visionäre Stimmung verleiht … Die Auseinandersetzung mit der Frage, wie Machtverhältnisse Moralbegriffe außer Kraft setzen, lohnt auf jeden Fall.“
– Filmbeobachter
Auszeichnungen
Der Film lief 1980 im Wettbewerb der Berlinale, ging jedoch leer aus. In Frankreich erhielt er 1981 fünf César‑Nominierungen.
Mein Fazit
Death Watch – Der gekaufte Tod ist ein ungewöhnlicher Science-Fiction-Thriller, der Medienkritik, Überwachung und moralische Fragen miteinander verbindet. Romy Schneider liefert eine eindrucksvolle Darstellung, und Harvey Keitel ergänzt den Film mit einer intensiven, innerlich zerrissenen Figur.
Die IMDb‑Bewertung von 6,5/10 ist solide und zeigt, dass der Film trotz seines minimalistischen Stils Wirkung entfaltet. Für Fans dystopischer Stoffe und Romy-Schneider-Filme ist er eine klare Empfehlung.
Der gekaufte Tod | ROMY SCHNEIDER | Dramafilm
Der gekaufte Tod (1980)
Regisseur: Bertrand Tavernier
Drehbuch: David Compton, David Rayfiel, Bertrand Tavernier
Schauspieler: Romy Schneider, Harvey Keitel, Harry Dean Stanton
Genre: Drama, Science-Fiction, Thriller
Land: Frankreich, Westdeutschland
Sprache: Deutsch
Auch bekannt als: Death Watch - Der gekaufte Tod
Erscheinungsdatum: 23. Januar 1980 (Frankreich)
Drehorte: Mull of Kintyre, Kintyre, Argyll and Bute, Schottland, Vereinigtes Königreich
Handlung:
In einer Stadt der Zukunft, wo der Tod durch Krankheit kaum mehr vorkommt, sind die TV-Gewaltigen auf eine zynische Idee gekommen: Sie bieten ihren Zuschauern die Möglichkeit, einen wirklichen Tod absolut lebensecht mitzuerleben. Ein Reporter, an dessen Sehnerven eine Miniaturkamera angeschlossen ist, verfolgt eine todgeweihte Person bei jedem ihrer letzten Schritte, bis zum Ende. Die Ängste und Verzweiflung der Kandidatin, welche die Kamera aufzeichnet und allabendlich über die Fernsehgeräte verbreitet, läßt die Einschaltquoten in der Tat steigen. Doch der Mensch Roddy verliebt sich in sein Objekt und wehrt sich gegen seine Funktion, bis schließlich die Kamera in seinem Kopf zerstört ist und er selbst erblindet.
Bewertungen:
Dieser Film sagte die Schattenseiten des „Reality-TV“-Wahns zwanzig Jahre im Voraus voraus. Eine wunderbare, grüblerische Kinematografie rund um das deprimierteste Glasgow. Dies ist definitiv ein Film, der es verdient, weiter verbreitet und bekannter zu sein, als er es derzeit ist. Ironischerweise handelt es sich um Romy Schneiders letzten Film und eine hervorragende, sehr realistische Darstellung im Stil der eher künstlerischen 70er Jahre. Ich sollte erwähnen, dass ich diesen Film vor einigen Jahren in Glasgow gesehen habe, und zwar in der europäischen Fassung, nicht in der anscheinend zensierten amerikanischen Version, die den Kern der Sache verfehlt.
- geschrieben von "fwatherton" auf IMDb.com
Auch bekannt als:
(Originaltitel) La mort en direct
Argentinien La muerte en directo
Australien Death Watch
Belgien De dood op het scherm (Flämisch)
Brasilien A Morte ao Vivo
Bulgarien Смърт на живо (Bulgarisch)
Kanada Death Watch (Englisch)
Tschechoslowakei Smrt v přímém přenosu
Ecuador La mort en direct
Finnland Katherine Mortenhoen Ostettu Kuolema (Titel der Videobox)
Finnland Ostettu kuolema (Videotitel)
Frankreich La Mort en direct
Deutschland Der gekaufte Tod
Griechenland Promeletimeni dolofonia (transkribierter Titel)
Ungarn Halál egyenes adásban
Indien Death Watch (Englisch)
Irland Death Watch (Englisch)
Israel Muv'it B'Shidur Hie (Hebräisch)
Italien La morte in diretta (Arbeitstitel)
Japan SFデス・ブロードキャスト
Niederlande Death Watch (Niederländisch, alternativer Titel)
Polen Śmierć na żywo
Portugal A Morte em Directo
Sowjetunion Преступный репортаж (Russisch)
Sowjetunion „Прямой репортаж о смерти“ (russisch, alternativer Titel)
Spanien La muerte en directo
Schweden Direktsänd död(Video Title)
Türkei Ölümü beklerken(Turkish)
Ukraine Смерть наживо
Vereinigtes Königreich Death Watch
Vereinigte Staaten Death Watch
Westdeutschland Der gekaufte Tod
Westdeutschland Death Watch - Der gekaufte Tod
Weltweit Death Watch(English)
Weltweit Death in Full View(English, Alternative Title)
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