Pink Floyd The Wall: Ein flirrender Musikfilm aus Klang und Bild.
Pink Floyd – The Wall (1982) – Psychedelic Rock trifft auf Albtraum-Visuals
Genre: Rock • PopStyle: Psychedelic Rock, Prog Rock
Pink Floyd – The Wall ist die Verfilmung des gleichnamigen Konzeptalbums von Pink Floyd und wurde 1982 von Alan Parker mit Bob Geldof in der Hauptrolle gedreht.
Der Film erzählt die Geschichte des Rockmusikers Pink, der sich gedanklich mit seiner eigenen Situation auseinandersetzt. Dabei folgt die Handlung keiner klassischen Erzählstruktur. Stattdessen wechseln sich Erinnerungen, Ängste, Fantasien und Träume in Form von kurzen Szenen, Animationen und Musiksequenzen ab. Gleichzeitig prägt die Musik von Pink Floyd das gesamte Werk und liefert die Grundlage für Geschichte, Atmosphäre und Symbolik.
Pink Floyd The Wall: Ein flirrender Musikfilm aus Klang und Bild
Die Handlung
Pink, der Protagonist von The Wall, ist Musiker einer erfolgreichen Rockband und lebt abwechselnd in Wohnwagen oder Hotelzimmern in Los Angeles. Währenddessen verliert er sich immer tiefer in seinen Erinnerungen. Dabei wird das Verhältnis zu seinem Vater beleuchtet, der während des Zweiten Weltkriegs ums Leben kam. Ebenso spielt die übertriebene Fürsorglichkeit seiner Mutter eine wichtige Rolle.
Seine Ehe droht zu zerbrechen, da seine Frau eine Affäre beginnt. Gleichzeitig wird in zahlreichen assoziativen Bildfolgen eine Verbindung zwischen Mutterfigur und Ehefrau hergestellt. Darüber hinaus vereinsamt Pink zunehmend. Er konsumiert Drogen und erhält von seinem Arzt Beruhigungsmittel, damit er seine Auftritte überhaupt noch bewältigen kann.
Als Folge davon verliert er immer mehr den Bezug zur Realität. Schließlich steigert er sich in die Fantasie eines diktatorischen Herrschers hinein, der deutliche Anleihen an totalitäre Systeme besitzt. Letztlich findet sich Pink als Angeklagter in einem surrealen Weltgericht wieder, in dem Personen aus seinem Leben als Zeugen auftreten. Nach den Aussagen seiner Mutter, seines Lehrers und seiner Ehefrau verkündet der Richter das Urteil: Die Mauer, die Pink um sich herum aufgebaut hat, wird eingerissen.
Die Mauer als Symbol
Im Verlauf des Films erscheint die Mauer immer wieder als Symbol für Isolation, Vereinsamung und emotionale Abschottung. Darüber hinaus verdeutlicht sie das Fehlen echter zwischenmenschlicher Beziehungen. Die selbst errichtete Barriere trennt Pink zunehmend von seiner Umwelt und führt ihn schließlich an den Rand des Wahnsinns.
Dadurch verliert er immer mehr die Fähigkeit zur Kommunikation. Letztendlich endet dieser Prozess in einer vollständigen Sprachverweigerung. Die Mauer wird somit zum Sinnbild seiner psychischen Krise.
Kindheit und Erinnerung
Immer wieder unterbrechen Erinnerungen an die Kindheit die Handlung. Dabei treten wichtige Personen aus Pinks Vergangenheit auf. Dazu gehören der Lehrer in Another Brick in the Wall, Part 2, der Arzt in Mother und Comfortably Numb sowie die Mutter und die Ehefrau in Mother.
Gleichzeitig entsteht ein deutlicher Kontrast zwischen der scheinbar friedlichen Kindheit und der bedrückenden Erwachsenenwelt. Erwachsene erscheinen meist als Autoritätsfiguren, die Kontrolle ausüben oder Erwartungen formulieren. Dadurch wird die Kindheit als verlorener Zustand von Sicherheit und Geborgenheit dargestellt.
Hintergrund
Roger Waters und die Figur Pink
Einerseits trägt die Hauptfigur Pink deutliche Charakterzüge von Syd Barrett, einem Gründungsmitglied von Pink Floyd. Andererseits lassen sich viele biografische Elemente auf Roger Waters zurückführen. Dazu gehören insbesondere der frühe Verlust des Vaters, die dominante Mutterfigur und die gescheiterte Ehe.
Darüber hinaus wurde häufig behauptet, Waters habe mit The Wall vor allem seine eigene Lebensgeschichte verarbeitet. Allerdings lässt sich diese Interpretation nicht eindeutig belegen. Viele Fans sehen in Pink außerdem Charakterzüge des Keyboarders Richard Wright.
Obwohl Pink Floyd die kreative Grundlage für den Film lieferten, waren sie nicht die eigentlichen Produzenten. Dennoch stammen Idee, Musik und große Teile der künstlerischen Konzeption direkt von der Band.
Kritiken
„Grell-monströse Illustrationen zum gleichnamigen Rock-Oratorium der englischen Popgruppe Pink Floyd: Ein Rockmusiker durchlebt in einem Hotelzimmer in Los Angeles Stationen seiner tristen Kindheit, seines gescheiterten Privatlebens und seiner steilen Karriere. Die visionären Fragmente seines Deliriums fügen sich zu einer Mauer, die ihn in völliger Kommunikationsunfähigkeit einschließt. Auf optische wie akustische Reizüberflutung angelegt und mit unausgegorenen Symbolismen überladen, beeindruckt der wirre Film allein durch die konsequente Verbindung von Musik und Bild im Stil moderner Videoclip-Ästhetik.“
– Lexikon des Internationalen Films
„Realität und Phantasie mischen sich immer weiter ineinander. Ein symbolischer Abschluss entlässt den Zuschauer aus einer Flut surrealer Sequenzen. Alan Parker praktiziert hier die Überladung der Sinne in einer Perfektion, gegen die sich Ken Russell wie ein Adept dritten Grades ausnimmt. Rapide folgen die Schnitte aufeinander, der Dialog beschränkt sich auf ein Minimum, die Songs sprechen für sich.“
– Norbert Stresau: Das Filmjahr ’82/’83
Während das Lexikon des Internationalen Films vor allem die intensive Verbindung von Musik und Bild hervorhob, kritisierten andere Stimmen die überladene Symbolik und die extreme Reizdichte. Dennoch gilt der Film bis heute als außergewöhnliches Experiment zwischen Musikvideo, Kunstfilm und psychologischem Drama.
Mein Fazit
Pink Floyd – The Wall gehört zweifellos zu den außergewöhnlichsten Musikfilmen der 1980er Jahre. Vor allem die Verbindung aus Musik, Animation, Symbolik und Filmkunst macht das Werk einzigartig.
Gleichzeitig verlangt der Film dem Zuschauer einiges ab. Die Handlung ist bewusst fragmentiert und setzt auf starke Bilder statt auf klassische Erzählmuster. Dennoch entfaltet gerade diese Mischung ihre besondere Wirkung.
Insgesamt ist Pink Floyd – The Wall ein verstörender, faszinierender und bis heute beeindruckender Kultfilm. Deshalb bleibt er für Fans von Pink Floyd, anspruchsvollen Musikfilmen und surrealem Kino eine klare Empfehlung.
Pink Floyd – The Wall - Der Spielfilm
Label:Constantin Film – 003 034, Taurus Film GmbH – 003 034
Format:VHSRip, Reissue, Stereo, PAL 480p
Country:Germany
Released:1986
Genre:Rock, PopStyle:Psychedelic Rock, Prog Rock
Before the film begins, there ...is an intro with German text panels, which are also read by a German speaker (0:30 min.). Then the logo of the film distribution company (Neue Constantin Film) will be displayed.
The action scenes are dubbed German. The songs were subtitled in German.
This version is likely to be identical to the German Theatrical Version. Unfortunately, here is the image format (about 1,95: 1) cropped on the sides. The original format would be Scope (2,35: 1). The sound is "Linear Stereo".
TOPRARITÄT: Bei der herkömmlichen englischen "The Wall Fassung” hat man den Titel “Hey You”, so wie er auf der Doppel-LP vorhanden ist, unter den Tisch fallen lassen, obwohl dazu auch Filmmaterial gedreht wurde. Weiterhin fehlt bei der normalen englischen Fassung das gesprochene Textintro, wie bei der deutschen Kinofassung von Constantin Film. Die Constantin Fassung ist auch die einzige Ausgabe, bei der die Dialoge wie bei den Szenen am Spielplatz, mit dem Lehrer, Manager oder dem Groupie für die deutschen Kinos synchronisiert wurde und zugleich deutsche Untertitel enthält.
Diese deutsche Version kam damals nur in geringsten Stückzahlen als V8 – Videoband auf dem Markt und wurde von Constantin Video ausschließlich als Verleih – VHS für Videotheken zur Verfügung gestellt. Leider gibt es bis heute von der deutschen Version nur diese alten Leihkasseten, die qualitätsmäßig nicht auf der Höhe der Zeit sind. Darüber hinaus wurde auch hier der Titel “Hey You” von den Fans vermisst. Bis heute gibt es keine ungeschnittene remastered Version von The Wall.
Dies ist die ungeschnittene deutsche Kinofassung, privat hergestellt von Filmfreunden, remastered vom VHS auf DVD-R DL mit hervoragender Bildqualität, inkl. Textintro, dem Titel “Hey You” und deutschen Untertiteln mit einer Laufzeit von 102 Minuten, die nur mit viel Glück als Filmbörsenware zu finden ist.
7 Minuten längere Laufzeit, mit deutscher Synchronisation inkl. 2 deutschen Untertitelspuren stehen zur Auswahl.Mehr anzeigen