Das wilde Schaf (Originaltitel: Le Mouton enragé) ist eine italienisch-französische Filmkomödie von Michel Deville aus dem Jahr 1974. In den Hauptrollen sind Jean-Louis Trintignant, Romy Schneider und Jane Birkin zu sehen.

🎬 Steckbrief
| Deutscher Titel | Das wilde Schaf |
|---|---|
| Originaltitel | Le Mouton enragé |
| Produktionsjahr | 1974 |
| Produktionsländer | Frankreich / Italien |
| Genre | Komödie, Gesellschaftssatire, Buchverfilmung |
| Regie | Michel Deville |
| Hauptdarsteller | Jean-Louis Trintignant, Romy Schneider, Jane Birkin |
| IMDb | IMDb – Das wilde Schaf |
🎭 Handlung von Das wilde Schaf
Ein schüchterner Bankangestellter verändert sein Leben
Der Pariser Bankangestellte Nicolas Mallet ist ein zielloser und zurückhaltender Mensch. Als er auf offener Straße die junge Marie-Paule anspricht, erlebt er einen ungewohnten Erfolg. Er erzählt seinem Freund Claude Fabre, dass er die junge Frau erobern will. Marie-Paule verliebt sich schließlich in Nicolas, obwohl sein Verhalten ihr gegenüber auch übergriffig und gewalttätig ist.
Fabres Plan
Claude Fabre ist ein erfolgloser Schriftsteller, der einen großen Teil seiner Zeit in Cafés verbringt. Er erkennt, dass sich Nicolas‘ neu entdecktes Selbstbewusstsein für seine eigenen Pläne nutzen lässt. Fabre beginnt, die Handlungen seines Freundes wie die eines Romanhelden zu steuern. Nicolas lässt sich darauf ein und kündigt schließlich sogar seine Stelle in der Bank.
Aufstieg durch Verführung und Manipulation
Fabre fordert Nicolas dazu auf, regelmäßig ungewöhnliche Dinge zu tun. Sein Charme und seine Affären sollen ihm Türen zu gesellschaftlich einflussreichen Kreisen öffnen. Nicolas verführt unter anderem die vernachlässigte Ehefrau des Philosophieprofessors Georges Groult. Als Groult von der Affäre erfährt, erschießt er seine Frau und anschließend sich selbst.
Im weiteren Verlauf nutzt Nicolas seine Beziehungen zu Frauen, um gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Einfluss zu gewinnen. Er unterstützt den reichen Lucien Lourceuil bei dessen politischer Karriere und geht sogar eine Affäre mit einer wohlhabenden Witwe ein, weil er sich davon Vorteile verspricht.
Das Spiel erreicht sein Ende
Fabre plant Nicolas‘ nächste Schritte bis ins Detail. Schließlich setzt er ihn auf die Schauspielerin Shirley Douglas an, die Fabre seit seiner Jugend verehrt. Als Nicolas auch hier erfolgreich ist, zerbricht Fabre an der Situation und erschießt sich. Nach weiteren Veränderungen in seinem Umfeld folgt Nicolas dem letzten Rat seines verstorbenen Freundes und heiratet Marie-Paule. Fabre setzt er mit einem großen Artikel in einer Zeitung ein Denkmal.
📝 Kritik zu Das wilde Schaf (1974)
Das wilde Schaf verbindet frivole Gesellschaftskomödie mit einer satirischen Betrachtung von Macht, Geld, Verführung und sozialem Aufstieg. Im Mittelpunkt steht ein Mann, der zunächst unscheinbar wirkt und sich dann von einem anderen Menschen wie eine Figur in einem Roman lenken lässt.
Jean-Louis Trintignant verkörpert Nicolas Mallet als zunächst unsicheren Mann, dessen Wandlung immer stärker von Berechnung und Manipulation geprägt wird. Romy Schneider und Jane Birkin ergänzen die hochkarätige Besetzung. Der Film lebt von seinem eleganten Stil und den moralisch fragwürdigen Spielregeln, nach denen seine Figuren handeln.
„Frivole Gesellschaftssatire, die durch allzu elegante Regie jede ironische Schärfe einbüßt. Den ernsten Komponenten des Stoffes wird die Inszenierung in keiner Weise gerecht.“
– Lexikon des internationalen Films
🎬 Mein Fazit zu „Das wilde Schaf“
Das wilde Schaf (1974) ist eine stilvolle, frivole Gesellschaftskomödie, die den sozialen Aufstieg als ein Spiel aus Verführung, Einfluss und Manipulation zeigt. Hinter dem eleganten Auftreten verbirgt sich eine düstere Geschichte darüber, wie Menschen zu Werkzeugen für die Wünsche anderer werden.
Die Besetzung mit Jean-Louis Trintignant, Romy Schneider und Jane Birkin macht den Film besonders interessant für Fans des europäischen Kinos der 1970er-Jahre. Wer Gesellschaftssatiren mit moralisch ambivalenten Figuren mag, findet hier einen sehenswerten Klassiker.
Ein ungewöhnlicher französisch-italienischer Film über Macht, Begehren und Manipulation – elegant inszeniert und mit einer herausragenden Besetzung.
🎬 Film-Tipp: Mado (1976) – Claude Sautets französisches Gesellschaftsdrama mit Romy Schneider und Michel Piccoli
Wer Das wilde Schaf schätzt, sollte auch Mado entdecken.
Mado ist ein französischer Spielfilm aus dem Jahr 1976, inszeniert von Claude Sautet nach einer Novelle von Gilberte Chatton. In dem Gesellschaftsdrama spielen unter anderem Michel Piccoli und Romy Schneider. Der Film beleuchtet persönliche Krisen, finanzielle Abhängigkeiten und die Schattenseiten der französischen Gesellschaft während der Wirtschaftskrise der 1970er-Jahre.
Im Mittelpunkt steht der Finanzier Simon, dessen berufliche Existenz durch die Machenschaften seines Geschäftspartners bedroht wird. Gleichzeitig gerät auch sein Privatleben zunehmend aus dem Gleichgewicht. Zwischen Geld, Verantwortung, Liebe und persönlichen Enttäuschungen entfaltet sich ein spannendes Drama über Menschen in einer Gesellschaft im Umbruch.
👉 Weiterer Filmtipp:
🎬 Das wilde Schaf
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ℹ️ Redaktioneller Hinweis
Die Angaben zu Handlung, Film und Besetzung basieren auf den im Beitrag verlinkten Quellen. Die Handlung enthält Spoiler zum Filmende.