Die goldene Gans (1964): DEFA-Märchenfilm mit Humor, Musik und Magie
Die goldene Gans (1964): Ein DEFA-Märchenfilm nach den Brüdern Grimm
Die goldene Gans ist ein DEFA-Märchenfilm aus dem Jahr 1964 unter der Regie von Siegfried Hartmann. Der Film entstand in den DEFA-Studios in Babelsberg und basiert auf dem gleichnamigen Märchen der Brüder Grimm. Mit seiner Mischung aus Humor, Musik und klassischer Märchenstruktur gehört er zu den beliebten Kinderfilmen aus der DDR-Zeit.
Handlung
Im Mittelpunkt steht der Schusterjunge Klaus, der gemeinsam mit seinen Brüdern Kunz und Franz die kleine Werkstatt des verstorbenen Vaters geerbt hat. Während Klaus fleißig arbeitet, ist Kunz zu bequem und Franz sieht sich als ewigen „Pechvogel“. Die Verantwortung für die Werkstatt bleibt daher allein an Klaus hängen.

Eines Tages gehen die drei nacheinander in den Wald, um Holz zu schlagen. Dort begegnen sie einem alten Mütterchen, das sie um etwas zu essen und zu trinken bittet. Kunz und Franz verweigern ihr Hilfe und werden sofort bestraft: Die Frau verschwindet und der nächste Schlag mit der Axt verursacht ihnen Schmerzen. Klaus hingegen teilt seinen Proviant und erhält als Dank eine Gans mit goldenen Federn. Bald zeigt sich, dass jeder, der sie berührt, an ihr kleben bleibt.
Zuerst erwischt es die Schwestern Lies und Gret. Lies kann ihrer Habgier nicht widerstehen, während Gret als „Besserwisserin“ behauptet, eine solche Zaubergans könne es gar nicht geben. Kurz darauf bleibt auch ihr Vater, der Wirt des Gasthauses „Zum erfrischenden Trunk“, an der Gans hängen, als er heimlich eine Feder stehlen will.
Im Wirtshaus belauschen Klaus, Lies und Gret durch ein offenes Fenster fünf Reiter, angeführt vom Prinzen Störenfried. Sie planen die Entführung der Prinzessin, die ihr Lachen verloren hat. Klaus sorgt dafür, dass sich die Reiter mit Wein betrinken und die Nacht im Keller verbringen. Anschließend beschließt er, die Prinzessin aufzusuchen, denn wer sie zum Lachen bringt, soll sie heiraten und eine Hälfte des Königreichs erhalten.
Auf dem Weg zum Schloss wächst die Menschenkette immer weiter: Eine Gruppe Musikanten bleibt ebenfalls an der goldenen Gans kleben. Im Schloss versuchen derweil verschiedene Freier, die Prinzessin zum Lachen zu bringen – darunter der Graf Ohnewitz sowie Kunz und Franz, die mit einem Paar Tanzschuhe Eindruck machen wollen. Doch niemand hat Erfolg.
Als Klaus mit der langen Reihe von Menschen im Schloss eintrifft, will der Wachhauptmann ihn zunächst abweisen. Klaus bleibt hartnäckig und betritt das Schloss. Beim Anblick der skurrilen Menschenkette im Treppenhaus bricht die Prinzessin schließlich in herzhaftes Lachen aus. Der König will sein Versprechen jedoch nicht einhalten und stellt neue Aufgaben. Als Prinz Störenfried das Schloss angreift, gelingt es Klaus, eine Truhe mit sieben Schlössern in Sicherheit zu bringen und die Angreifer im Thronsaal zu stellen.
Im Schwertkampf besiegt Klaus den Prinzen, demonstriert ihm die Zauberkraft der goldenen Gans und schlägt ihn in die Flucht. Der König erkennt daraufhin Klaus’ Mut und stimmt der Hochzeit mit der Prinzessin zu. Die goldene Gans befreit alle, die an ihr kleben geblieben sind, und das Märchen endet mit einer fröhlichen Feier voller Musik und Tanz.
Produktionshintergrund
Die goldene Gans wurde als reine Studioinszenierung in den DEFA-Studios in Babelsberg gedreht. Für Karin Ugowski, die die Prinzessin spielt, war es nach Frau Holle bereits die zweite Märchenrolle. Am 25. September 1964 startete der Film in den Kinos der DDR und reiht sich in die Tradition aufwendig produzierter DEFA-Märchenfilme ein.
Im September 2000 erschien der Film bei Icestorm Entertainment erstmals auf DVD, zusätzlich zur deutschen Originalfassung auch in englischer Sprachfassung. Die Lieder aus dem Film wurden 2003 zusammen mit weiteren Musikstücken aus anderen DEFA-Märchenfilmen unter dem Titel Märchenland – Musik aus den DEFA Märchenfilmen veröffentlicht.
Im Vergleich zum Grimm-Märchen wurden einige Elemente angepasst: Die bittende Figur ist hier ein altes Mütterchen und kein Bettler, und auch die Aufgaben, die Klaus am Ende bestehen muss, unterscheiden sich von der literarischen Vorlage. Dadurch erhält der Film eine eigene, leicht komödiantische Note.
Kritik
Das Lexikon des internationalen Films bezeichnete Die goldene Gans als Märchenfilm, der das Grimmsche Märchen stellenweise ins derb Situationskomische steigert. Besonders hervorgehoben werden die einprägsamen, kindgerechten Lieder und das lebendige Spiel der Darsteller, die für ein „weitgehend ungetrübtes Vergnügen“ sorgen.
Fazit
Die goldene Gans ist ein typischer DEFA-Märchenfilm mit hohem Unterhaltungswert, ideal für Kinder und Familien. Das bekannte Grimm-Märchen wird liebevoll und mit sichtbarem Aufwand umgesetzt – inklusive fantasievoller Kostüme, Studiokulissen und eingängiger Musik. Wie viele DEFA-Märchenfilme lebt auch dieser Film von starken Schauspielern und einer warmherzigen Atmosphäre.
Wer klassische Märchenfilme aus der DDR schätzt oder Kinder an die Welt der Brüder Grimm heranführen möchte, findet in Die goldene Gans eine charmante und zeitlose Empfehlung.
Weitere Informationen zum Film gibt es im Eintrag der Wikipedia.
Die Goldene Gans - DEFA-Märchenfilm (ganzer Film auf Deutsch) - HD
Regie: Siegfried Hartmann, 66 Min., Farbe, Spielfilm
Deutsche Demokratische Republik (DDR)
DEFA-Studio für Spielfilme, 1964
Weitere Infos zum Film findet ihr in der Filmdatenbank der DEFA-Stiftung: https://www.defa-stiftung.de/filme/filme-suchen/die-goldene-gans/
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