Unternehmen Delta 3 (1979)
(Originaltitel: The Shape of Things to Come)
„Unternehmen Delta 3“ ist ein kanadischer Science-Fiction-Abenteuerfilm aus dem Jahr 1979, der lose — wirklich sehr lose — auf Ideen von H. G. Wells basiert. Regie führte George McCowan, vor der Kamera standen unter anderem Jack Palance, Carol Lynley und Barry Morse.
Der Film gehört zu jener Welle später 70er‑Jahre‑Sci‑Fi, die irgendwo zwischen „Battlestar Galactica“, „Logan’s Run“ und den frühen „Doctor Who“-Folgen schwebt: charmant, etwas trashig, aber mit viel Herz und einer ordentlichen Portion Nostalgie.
Handlung
In der Zukunft ist die Erde ein verwüstetes Ödland. Die letzten Überlebenden haben sich auf den Mond zurückgezogen und leben dort in geschützten Kuppelstädten. Ihr Überleben hängt von einem wichtigen Medikament ab, das nur auf dem Planeten Delta 3 hergestellt wird.
Doch Delta 3 wurde von Omus übernommen – einem genialen, aber völlig durchgedrehten Mechaniker, der keinerlei Wert auf menschliches Leben legt. Sein Plan: die Mondkolonien mit robotergesteuerten Raumschiffen angreifen und selbst die Macht übernehmen.
Um das zu verhindern, starten Dr. John Caball, sein Sohn Jason, dessen Freundin Kim und der Roboter Sparks eine nicht genehmigte Mission nach Delta 3. Ihr Ziel: Omus stoppen, bevor er die letzten Reste der Menschheit auslöscht.
Produktion & Stil
Gedreht wurde in Montreal, Québec, und man merkt dem Film an, dass er mit begrenztem Budget, aber viel Enthusiasmus entstanden ist. Die Sets und Effekte sind typisch für späte 70er‑Sci‑Fi: bunte Konsolen, blinkende Lichter, Miniaturmodelle und Roboter, die aussehen, als wären sie aus einer TV‑Werkstatt entlaufen.
Gerade das macht den Film heute so charmant. Er versucht nicht, „Star Wars“ zu kopieren, sondern geht seinen eigenen, leicht schrägen Weg.
Kritiken
Die Meinungen über „Unternehmen Delta 3“ gehen weit auseinander. Auf IMDb findet man sowohl harsche Kritik als auch echte Liebeserklärungen. Ein Nutzer bringt es ziemlich gut auf den Punkt:
„Dieser Film ist ein absolutes Vergnügen für Fans von Space 1999, Battlestar Galactica, Dr. Who und Logan’s Run. […] Wenn Sie erwarten, dass der Film auf einem Roman von H. G. Wells basiert, werden Sie enttäuscht sein. Das ist er nicht, er leiht sich nur den Titel.“
– moosebaker‑75035 auf IMDb
Viele Zuschauer schätzen den Film gerade wegen seines Retro‑Looks und seiner typischen 70er‑Jahre‑Sci‑Fi‑Atmosphäre. Wer allerdings moderne Effekte oder eine komplexe Story erwartet, wird eher enttäuscht sein.
Internationale Titel
Der Film wurde weltweit unter vielen verschiedenen Titeln veröffentlicht, darunter:
- The Shape of Things to Come (Originaltitel, USA, UK, Kanada)
- Unternehmen Delta 3 / Delta III (Deutschland)
- Alerte dans le cosmos (Frankreich)
- Il pianeta ribelle (Italien)
- El mundo que viene (Spanien, Mexiko)
- Очертания грядущего (Sowjetunion)
- Världsrymdens härskare (Schweden)
Allein diese Vielfalt zeigt, wie breit der Film damals vermarktet wurde.
Fazit
„Unternehmen Delta 3“ ist kein großer Klassiker – aber ein echter Geheimtipp für Fans von Retro‑Science‑Fiction. Der Film bietet:
- charmante 70er‑Jahre‑Effekte
- eine abenteuerliche, leicht überdrehte Story
- Jack Palance als herrlich verrückten Bösewicht
- und jede Menge nostalgisches Weltraum‑Feeling
Wer Filme wie „Space 1999“, „Battlestar Galactica“ oder „Logan’s Run“ liebt, wird hier definitiv seinen Spaß haben. Für alle anderen ist es zumindest ein spannender Blick in eine Ära, in der Sci‑Fi noch mit viel Fantasie und wenig Budget gemacht wurde.