„Im Staub der Sterne“ gehört zu den farbenfrohsten und zugleich ungewöhnlichsten Science-Fiction-Filmen der DEFA. Produziert von der Künstlerischen Arbeitsgruppe futurum und inszeniert von Gottfried Kolditz, feierte der Film am 1. Juli 1976 während der XV. Sommerfilmtage der DDR seine Premiere.
Heute gilt er als Kultfilm – nicht zuletzt wegen seiner extravaganten Ausstattung, seiner Mischung aus Abenteuer, Politik und Psychedelik und seinem unverwechselbaren 70er‑Jahre‑Look.
Handlung
Ein Hilferuf aus dem All erreicht die Erde. Die Crew des Raumschiffs CENTAURUS macht sich auf den Weg zum Planeten TEM 4, um der unbekannten Zivilisation beizustehen.
Doch vor Ort stellt sich schnell heraus: Der Notruf war eine Falle. Die herrschende Elite des Planeten unterdrückt die Arbeiterklasse und versucht, die Besucher von der Erde zu manipulieren. Während die Crew zunächst von einer dekadenten Oberschicht abgelenkt wird, entdecken einige Mitglieder die Wahrheit – und geraten in einen Konflikt, der weit über ihre Mission hinausgeht.
Die Geschichte verbindet Abenteuer, politische Allegorien und eine ordentliche Portion 70er‑Jahre‑Sci‑Fi‑Charme.
Produktion
Gedreht wurde wie üblich in den DEFA‑Studios in Babelsberg. Die Ausstattung ist einer der größten Hingucker des Films: bunte Kostüme, futuristische Sets, psychedelische Lichtspiele und ungewöhnliche Masken.
Regisseur Gottfried Kolditz war bereits für andere DEFA‑Abenteuerfilme bekannt und brachte hier seine Vorliebe für große Bilder und fantasievolle Welten ein. Die Effekte und Miniaturen wirken heute charmant retro, waren aber für die DDR‑Filmproduktion durchaus aufwendig.
Science Fiction vor dem Hintergrund des Kalten Krieges
Wie viele DEFA‑Science‑Fiction‑Filme ist auch „Im Staub der Sterne“ politisch geprägt. Die Handlung über eine unterdrückte Arbeiterklasse, die von einer dekadenten Elite kontrolliert wird, lässt sich klar als Spiegel der damaligen ideologischen Spannungen lesen.
Gleichzeitig setzt der Film auf internationale Zusammenarbeit, Solidarität und die Hoffnung auf eine gerechtere Zukunft – typische Motive des sozialistischen Sci‑Fi‑Kinos.
Kritiken
Die Kritiken fielen damals wie heute gemischt aus:
- Einige lobten die fantasievolle Ausstattung und die visuelle Experimentierfreude.
- Andere kritisierten die Handlung als zu einfach oder zu deutlich politisch gefärbt.
Auf IMDb wird der Film heute eher durchschnittlich bewertet, hat aber eine treue Fangemeinde, die gerade den Retro‑Charme und die extravagante Ästhetik schätzt.
Auch Filmhistoriker sehen in ihm ein interessantes Beispiel dafür, wie Science Fiction in der DDR erzählt wurde – zwischen politischer Botschaft und künstlerischer Freiheit.
Nachwirkung
„Im Staub der Sterne“ entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einem kleinen Kultfilm. Besonders im Ausland – etwa in Retrospektiven oder auf Sci‑Fi‑Festivals – wird er gern gezeigt, weil er einen ganz eigenen Stil hat, der sich deutlich von westlichen Produktionen unterscheidet.
Seine Mischung aus Abenteuer, politischer Allegorie und 70er‑Jahre‑Psychedelik macht ihn heute zu einem spannenden Zeitdokument.
Auszeichnungen
Der Film erhielt zwar keine großen internationalen Preise, wurde aber in der DDR mehrfach positiv hervorgehoben – vor allem für seine Ausstattung und seine fantasievolle Bildsprache.
In späteren Jahren wurde er in verschiedenen Filmreihen und Retrospektiven als wichtiger Beitrag der DEFA‑Science‑Fiction wiederentdeckt.
Fazit
„Im Staub der Sterne“ ist ein Film, der nicht versucht, Hollywood zu kopieren, sondern seine ganz eigene Vision von Science Fiction zeigt. Bunt, politisch, verspielt und manchmal herrlich überdreht – ein echtes Stück DEFA‑Filmgeschichte.
Wer Sci‑Fi aus anderen Perspektiven kennenlernen möchte, sollte diesem Klassiker unbedingt eine Chance geben.