Der kleine und der große Klaus 1971
Der kleine und der große Klaus (1971)
★★★★★★☆☆☆☆ (6/10)
IMDb: 6,3/10
🎬 Filmfakten
- 📅 Erscheinungsjahr: 1971
- 🌍 Produktion: DEFA-Studios, DDR
- 🎭 Genre: Märchenfilm / Kinderfilm
- 📖 Vorlage: Hans Christian Andersen – „Der kleine Klaus und der große Klaus“
- 🎥 Format: Deutscher Fernsehfilm
- 👶 Empfehlung: Kinder ab ca. 6 Jahren
Einführung
„Der kleine und der große Klaus“ (1971) ist ein deutscher Fernsehfilm, der in den DEFA-Studios der DDR entstand und auf dem Märchen „Der kleine Klaus und der große Klaus“ von Hans Christian Andersen basiert. Unter dem westdeutschen Verleihtitel „Klaus und Kläuschen“ wurde der Film auch im Westen bekannt. Wie viele DEFA-Märchenfilme verbindet er eine klare moralische Botschaft mit einem warmen, leicht nostalgischen Erzählstil.
Handlung
Der kleine Klaus ist ein armer Kleinbauer, der mit seiner Frau und seinen sieben Kindern in bescheidenen Verhältnissen lebt. Von Montag bis Samstag arbeitet er auf dem Hof des reichen Großbauern, des großen Klaus. Nur am Sonntag leiht ihm der große Klaus zwei Pferde, damit der kleine Klaus gemeinsam mit seinem eigenen Pferd Hans sein Feld bestellen kann.
Voller Stolz ruft der kleine Klaus beim Pflügen: „Hüh, alle meine Pferde, hüh!“ – sehr zum Ärger des großen Klaus, der sich verspottet fühlt. Aus Wut erschlägt der große Klaus schließlich das Pferd des kleinen Klaus mit einem Stein. Um seine Familie weiterhin ernähren zu können, beschließt der kleine Klaus, die Haut seines Pferdes auf dem Markt zu verkaufen.
Auf dem Weg dorthin sucht er wegen starken Regens Unterschlupf beim Müller. Nur dessen Frau ist zu Hause und weist ihn ab. Der kleine Klaus versteckt sich daraufhin heimlich auf dem Boden der Scheune und beobachtet, wie die Müllersfrau ihren Liebhaber, den Küster, empfängt und ihm ein üppiges Essen serviert. Als der Müller unerwartet zurückkehrt, versteckt sie das Essen im Ofen und den Küster in einer Truhe.
Der kleine Klaus bittet nun den Müller um ein Nachtlager und etwas zu essen. Seinen Sack mit dem Pferdefell stellt er unter den Tisch. Listig behauptet er, in dem Sack sitze ein Zauberer. Er „beweist“ dies, indem er scheinbar hellsichtig vorhersagt, dass Braten und Kuchen im Ofen seien – und sogar „der Teufel“ in der Truhe stecke. Der Müller ist tief beeindruckt und schenkt dem kleinen Klaus aus Dankbarkeit und Staunen reichlich Waren, die Truhe und einen Scheffel Geld.
Auf dem Heimweg lässt der kleine Klaus den Küster frei, der ihm aus Dankbarkeit seine Schuhe überlässt. Wieder zu Hause leiht sich der kleine Klaus vom großen Klaus ein Scheffelmaß. So erfährt der große Klaus von dem vielen Geld und glaubt, der kleine Klaus habe all dies nur für das Pferdefell bekommen. In seiner Gier erschlägt er daraufhin seine eigenen Pferde, um deren Felle ebenfalls teuer zu verkaufen – wird auf dem Markt aber ausgelacht und verjagt.
Von Wut und Neid getrieben, beschließt der große Klaus, den kleinen Klaus zu töten. Er steckt ihn in einen Sack und will ihn im Fluss ertränken. Vorher will er sich jedoch in der Kirche „seelisch stärken“ und lässt den Sack vor der Tür stehen. Ein vorbeikommender Schäfer befreit den kleinen Klaus, und gemeinsam füllen sie den Sack mit Steinen. Der große Klaus wirft den Sack in den Fluss – in dem Glauben, seinen Feind losgeworden zu sein.
Kurz darauf trifft der große Klaus den kleinen Klaus lebendig auf einer Wiese mit einer Schafherde. Der kleine Klaus erzählt ihm, auf dem Grund des Flusses sei ihm eine Fee begegnet, die ihm die Tiere geschenkt habe. Geblendet von Gier und Dummheit springt der große Klaus selbst in den Fluss, um ebenfalls reich zu werden – und ertrinkt.
Besetzung
- Fred Düren – Kleiner Klaus
- Siegfried Kilian – Großer Klaus
- Monika Woytowicz – Frau des kleinen Klaus
- Hannes Fischer – Müller
- Marylu Poolman – Müllerin
- Jiří Vršťala – Schäfer Preben
- Arno Wyzniewski – Küster
- Jürgen Huth – 1. Schuster
- Johannes Wieke – 2. Schuster
- Christiane Lanzke – Magd
- Rosemarie Götze – Bürgersfrau
- Eva Schäfer – Fischweib
- Willi Neuenhahn – 1. Gerber
- Ulrich Anschütz – 1. Betrunkener
- Peter Köhncke – Offizier
- Gela Götze – Tochter vom kleinen Klaus
Stil & Atmosphäre
Wie viele DEFA-Märchenfilme setzt auch „Der kleine und der große Klaus“ auf eine ruhige, erzählerische Inszenierung mit theatralisch geprägtem Schauspiel. Die Ausstattung ist liebevoll, die Kostüme sind bodenständig und passen zur bäuerlichen Welt des Märchens. Trotz der teils derben und düsteren Elemente bleibt der Film kindgerecht und verständlich erzählt.
Die Moral ist klar: Gier, Neid und Bosheit führen ins Verderben, während List, Mut und ein gewisser Bauernschlauheit dem kleinen Klaus helfen, sich gegen den übermächtigen großen Klaus zu behaupten. Dadurch eignet sich der Film gut, um mit Kindern über Gerechtigkeit, Fairness und die Folgen von Egoismus zu sprechen.
Trailer
Anmerkung & Fazit
„Der kleine und der große Klaus“ ist ein weiterer DEFA-Märchenfilm nach einem Klassiker von Hans Christian Andersen. Der Film erzählt mit Herz und einem Hauch schwarzem Humor von Ungerechtigkeit, Bauernschläue und der Strafe für maßlose Gier. Die Geschichte ist klar strukturiert, leicht verständlich und eignet sich gut für einen Film-Nachmittag mit Kindern ab etwa 6 Jahren.
Wer mit DEFA-Märchenfilmen aufgewachsen ist oder klassische Märchenverfilmungen mag, findet hier ein kleines Stück Filmgeschichte, das zugleich unterhält und zum Nachdenken anregt. Für mich ist es einer dieser Filme, die man nicht unbedingt wegen großer Effekte schaut, sondern wegen ihrer ehrlichen, einfachen Erzählweise und dem besonderen Charme der damaligen Produktionen.
Weiterführende Links:
Wikipedia
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