Women without Men (2009)
Über die Regisseurin: Shirin Neshat

Shirin Neshat, 1957 im Iran geboren und seit der Islamischen Revolution im Exil lebend, zählt zu den bedeutendsten Stimmen des politischen und feministischen Kunstkinos. Ihre Werke – Fotografien, Videoinstallationen und Filme – kreisen um Themen wie Identität, weibliche Selbstbestimmung, Machtstrukturen und Entwurzelung. Da sie den Iran nicht frei bereisen kann, nähert sie sich der Geschichte ihres Landes über poetische Bildsprache, symbolische Räume und traumartige Metaphern. Mit Women without Men legte sie ihr Spielfilmdebüt vor und gewann in Venedig den Silbernen Löwen für die beste Regie.
Der Film basiert auf dem Roman der iranischen Autorin Shahrnush Parsipur, die wegen ihrer feministischen Texte mehrfach inhaftiert wurde. Beide Künstlerinnen verbindet ein künstlerischer Widerstand gegen patriarchale und politische Unterdrückung – und genau diese Verbindung macht den Film so kraftvoll.
Ein poetischer Blick auf Freiheit und Unterdrückung
Women without Men spielt im Teheran des Jahres 1953, während des von CIA und SIS unterstützten Putsches gegen Premierminister Mossadegh. Inmitten dieser historischen Erschütterungen erzählt der Film die Geschichten von vier Frauen, deren persönlicher Kampf um Würde und Freiheit sich mit dem politischen Chaos verbindet.
Body of Truth
| 🎬 Originaltitel | Body of Truth |
| 📅 Jahr | 2020 |
| 🎥 Regie | Evelyn Schels |
| ⏱ Laufzeit | 95 Minuten |
| 🎭 Mitwirkende Künstlerinnen | Marina Abramović, Sigalit Landau, Shirin Neshat, Katharina Sieverding |
| 🎞 Genre | Dokumentarfilm / Kunst |
Der Dokumentarfilm begleitet vier international renommierte Künstlerinnen auf einer intensiven Reise durch ihre Biografien und ihr Schaffen. Zwischen Performance, Fotografie und Videokunst setzen sie sich mit Körper, Identität, politischer Gewalt und Erinnerung auseinander. Ihre Werke spiegeln persönliche Erfahrungen ebenso wie gesellschaftliche Konflikte wider und zeigen, wie Kunst als Ausdruck von Widerstand und Verarbeitung dienen kann.
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Handlung
Munis widersetzt sich ihrem Bruder, der sie zur Ehe zwingen will, und engagiert sich für politische Freiheit. Faezeh, ihre Freundin, sucht Liebe und Sicherheit, wird jedoch mit den Grenzen traditioneller Rollen konfrontiert. Zarin, eine Prostituierte, flieht aus dem Bordell, als sie die Gesichter der Männer nur noch als maskenhafte Fratzen wahrnimmt. Fakhri, Ehefrau eines Militärs, kauft ein Haus mit einem verwunschenen Garten – ein Zufluchtsort, der bald zum Symbol weiblicher Selbstbestimmung wird.
Der Garten, zunächst ein Ort der Hoffnung, verliert mit dem politischen Niedergang des Landes seine Blüte – eine eindringliche Metapher für zerstörte Freiheitsvisionen.
Rezeption
International gefeiert, besonders bei den Filmfestspielen von Venedig, wo Shirin Neshat den Silbernen Löwen erhielt. Kritiker loben die visuelle Kraft, die symbolische Tiefe und die Verbindung von Spiritualität und Politik. Die Kameraarbeit von Martin Gschlacht und die Musik von Ryūichi Sakamoto verleihen dem Film eine traumhafte, fast surreale Atmosphäre.
Fazit
„Women without Men“ ist kein klassisches Drama, sondern ein visuelles Gedicht über weibliche Identität, Unterdrückung und die Sehnsucht nach Freiheit. Die ruhige Erzählweise, die traumhaften Bilder und die politische Dimension machen den Film zu einem eindringlichen Erlebnis. Ein Werk, das Mut und Verletzlichkeit gleichermaßen zeigt – und das man als Filmfan nicht so schnell vergisst.