2010: Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen (KI-Bild)
2010 – Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen (1984) – Handlung, Auswertung & Kritik
Der Science-Fiction-Film „2010 – Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen“ (2010: The Year We Make Contact) erschien 1984 und dient als direkte Fortsetzung zu Stanley Kubricks legendärem Klassiker 2001: Odyssee im Weltraum. Regie führte Peter Hyams, der sich eng an die Romanvorlage von Arthur C. Clarke anlehnte.
⭐ Handlung – Worum geht es in „2010“?
Neun Jahre nach den mysteriösen Ereignissen um die Raumfähre Discovery One bricht eine gemeinsame russisch‑amerikanische Mission zur Jupiter‑Region auf. Ziel ist es, die verschollene Discovery zu finden und die Wahrheit über den rätselhaften Monolithen herauszufinden.
An Bord der Leonov arbeiten Wissenschaftler beider Nationen zusammen, darunter:
- Dr. Heywood Floyd (Roy Scheider)
- Dr. Walter Curnow (John Lithgow)
- Tanya Kirbuk (Helen Mirren)
- Dr. Chandra (Bob Balaban), der Entwickler von HAL 9000

Während die Crew die Systeme der Discovery reaktiviert, stoßen sie auf neue Hinweise zu HALs Fehlverhalten und auf die wahre Bedeutung des Monolithen. Gleichzeitig spitzt sich auf der Erde ein geopolitischer Konflikt zu, der die Mission zusätzlich gefährdet.
🎬 Entstehung des Films
Nach dem Erfolg von 2001: Odyssee im Weltraum war lange unklar, ob eine Fortsetzung überhaupt möglich wäre. Stanley Kubrick selbst hatte kein Interesse an einem Sequel. Erst als Arthur C. Clarke seinen Roman 2010: Odyssey Two veröffentlichte, entstand die Grundlage für eine filmische Umsetzung.
Regisseur Peter Hyams übernahm das Projekt unter einer Bedingung: Er wollte Clarke und Kubrick respektieren, aber gleichzeitig einen eigenständigen Film schaffen. Deshalb setzte Hyams auf:
- klarere Erzählstruktur,
- mehr Dialoge und Erklärungen und eine politisch geerdete Atmosphäre.
- und eine politisch geerdete Atmosphäre.
Die Produktion fand überwiegend in den USA statt, wobei Hyams eng mit Clarke zusammenarbeitete — damals noch über frühe E-Mail-Systeme, was für 1983/84 fast futuristisch war.
⭐ Rezeption – Wie wurde der Film aufgenommen?
Kritiken bei Veröffentlichung
Bei seinem Kinostart 1984 erhielt 2010 überwiegend positive bis gemischte Kritiken. Viele lobten:
- die verständliche Handlung,
- die starken Darsteller,
- und die visuellen Effekte, die für die Zeit beeindruckend waren.
Allerdings wurde der Film häufig mit 2001 verglichen — ein Vergleich, den er naturgemäß nicht gewinnen konnte. Dennoch galt er als respektvolle und solide Fortsetzung, die die Geschichte sinnvoll weiterführt.
Heutige Bewertung
Aus heutiger Sicht wird 2010 oft als unterschätzter Sci‑Fi-Film betrachtet. Besonders die politische Ebene — die Zusammenarbeit zwischen USA und UdSSR mitten im Kalten Krieg — wirkt rückblickend bemerkenswert. Außerdem schätzen viele Fans, dass der Film Antworten liefert, ohne die Mystik des Originals vollständig aufzulösen.
⭐ Unterschiede zur Romanfassung von Arthur C. Clarke
Obwohl der Film die Grundhandlung des Romans übernimmt, gibt es mehrere deutliche Unterschiede. Diese sind für Sci‑Fi‑Fans besonders spannend.
1. Politische Ausrichtung
- Roman: Die politische Lage spielt eine geringere Rolle.
- Film: Der Kalte Krieg wird stark betont, inklusive eines drohenden Konflikts auf der Erde.
2. Charaktere und Rollen
- Tanya Kirbuk (Helen Mirren) ist im Film eine zentrale Figur. Im Roman existiert sie zwar, aber weniger prominent.
- Dr. Floyd ist im Film emotionaler und menschlicher dargestellt.
3. HAL 9000
Der Roman liefert deutlich mehr Hintergrund zu HALs Fehlverhalten. Der Film erklärt es ebenfalls, aber stärker vereinfacht.
4. Jupiter vs. Europa
- Roman: Clarke legt großen Wert auf wissenschaftliche Details.
- Film: Die Transformation des Jupiter wird spektakulärer inszeniert, um ein visuelles Highlight zu schaffen.
5. Ton und Stil
- Roman: philosophisch, wissenschaftlich, erklärend.
- Film: dramatischer, emotionaler, zugänglicher.
Diese Unterschiede zeigen, dass der Film nicht nur eine Adaption ist, sondern eine eigene Interpretation, die auf das Medium Kino zugeschnitten wurde.