Tanz der Vampire (KI -Bild)
Tanz der Vampire (1967) ist eine parodistische Horrorkomödie von Roman Polański, die klassische Vampirfilm-Motive humorvoll aufs Korn nimmt. Die Geschichte dreht sich um den unbeholfenen Professor Abronsius und seinen Gehilfen Alfred (darstellt von Polański), die im verschneiten Transsilvanien auf der Suche nach Vampiren sind. Der Höhepunkt der Handlung findet im Schloss des Grafen von Krolock statt.
Tanz der Vampire – Handlung
Die Horrorkomödie aus dem Jahr 1967, inszeniert von Roman Polanski, verbindet klassischen Grusel mit skurrilem Humor.

Professor Abronsius ist ein etwas zerstreuter Vampirforscher. Gemeinsam mit seinem schüchternen Assistenten Alfred reist er durch Osteuropa. Ihr Ziel ist es, die Existenz von Vampiren wissenschaftlich zu beweisen. In einem abgelegenen Dorf, das von Schnee bedeckt ist, treffen sie auf eine sehr abergläubische Bevölkerung. Zudem finden sie viele Hinweise darauf, dass hier wirklich Vampire leben.
Während ihrer Reise übernachten sie in einem Gasthaus. Der Wirt Shagal hat eine wunderschöne Tochter namens Sarah, die von Sharon Tate gespielt wird. Sofort verliebt sich Alfred in sie. Doch bald wird Sarah vom geheimnisvollen Grafen von Krolock entführt. Dieser wohnt in einem nahegelegenen Schloss.
Um Sarah zu retten, machen sich Abronsius und Alfred auf den Weg zum Schloss. Dort wollen sie den Beweis für die Existenz der Vampire erbringen. Sobald sie ankommen, geraten sie in eine seltsame Welt voller untoter Wesen. Dazu gehören der aristokratische und melancholische Graf von Krolock sowie dessen Sohn Herbert.
Themen und Ton
Der Film kombiniert:
- klassische Motive des Gothic-Horrors
- Slapstick-Elemente
- subtile Ironie und Gesellschaftssatire
Anstelle von purem Schrecken bietet „Tanz der Vampire“ eine faszinierende Mischung aus unheimlicher Atmosphäre, visueller Opulenz und schwarzem Humor. Darüber hinaus wird der Film heute als Kultklassiker des europäischen Genrekinos angesehen.
Die Entstehung & Besetzung (Der Film)
- Vom Regisseur zum Gehilfen: Roman Polański führte nicht nur Regie und schrieb mit Gérard Brach das Drehbuch, sondern spielte selbst den schüchternen Gehilfen Alfred.
- Ein schicksalhaftes Paar: Polański lernte Sharon Tate (Sarah) bei einer Cocktailparty kennen; sie heirateten kurz nach den Dreharbeiten.
- Originaltitel & Satire: In den USA erschien der Film unter dem skurrilen Titel The Fearless Vampire Killers, or Pardon Me, But Your Teeth Are in My Neck. Er war als bewusste Satire auf die damals populären Hammer-Horrorfilme konzipiert.
- Drehort: Viele Außenszenen wurden auf der Seiser Alm in Südtirol (Italien) gedreht, was dem Film seine einzigartige, märchenhaft-winterliche Atmosphäre verleiht.
🧛♂️ Tanz der Vampire – Vom Kultfilm zur Musical-Legende
Jahrzehnte später kehrte Polański zu seiner Geschichte zurück. Diesmal jedoch für die Bühne.
Tanz der Vampire
Im Jahr 1997 feierte das Musical seine Premiere im Raimund Theater in Wien. Interessanterweise führte Roman Polański selbst Regie.
Vom ironischen Film zur großen Gothic-Romanze
🎬 Zwischen Parodie und Gothic-Horror – Die Rezeption
Während der Film stark ironisch ist, verändert das Musical den Fokus. Es legt mehr Gewicht auf die Handlung.
- Graf von Krolock wird zur tragischen und erotisch-dämonischen Hauptfigur. Dies macht ihn interessanter.
- Die Liebesgeschichte zwischen Sarah und Krolock erhält deutlich mehr Aufmerksamkeit. Dadurch wird sie emotionaler.
- Außerdem gibt es große Chorszenen und beeindruckende Bühneneffekte. Diese schaffen eine besondere Atmosphäre.
🏰 Hintergrund und Produktion
Der Film wurde unter anderem in den verschneiten Dolomiten und in englischen Studios gedreht. Außerdem übernahm Polański selbst die Rolle des schüchternen Assistenten Alfred. Diese Figur pendelt zwischen Tollpatschigkeit und romantischer Sehnsucht.
Während der Dreharbeiten lernte er Sharon Tate kennen. Sie spielt im Film die verführerische Sarah. Zusätzlich verleiht ihre spätere Ermordung im Jahr 1969 dem Film eine tragische historische Dimension.
Visuell verbindet Tanz der Vampire die Stimmung osteuropäischer Märchen mit der viktorianischen Gothic-Ästhetik. Schneelandschaften, Kerzenschein, opulente Ballsaalszenen und barocke Schlossarchitektur erzeugen eine Atmosphäre, die sowohl romantisch als auch bedrohlich ist. Insgesamt schafft der Film eine fesselnde Mischung aus Schönheit und Gefahr.
🎼 Der Soundtrack – Melancholie und Ironie
Die Filmmusik wurde von Krzysztof Komeda komponiert, einem engen künstlerischen Weggefährten Polańskis.
Komeda gelingt ein faszinierender Balanceakt:
- verspielte, fast märchenhafte Themen
- elegante Walzer-Anklänge
- düstere, dissonante Horrorpassagen
Das Hauptthema wirkt sowohl romantisch als auch leicht ironisch. Es ist perfekt auf den Ton des Films abgestimmt. Die Musik trägt entscheidend zur zeitlosen Atmosphäre bei.
Der Kompletter Soundtrack zum Film
1 Tanz der Vampire - Ouverture
Ouverture
🎭 Die Wiedergeburt als Musical (1997)
Drei Jahrzehnte später kehrte Polański zu seinem Stoff zurück – diesmal für die Bühne.
Tanz der Vampire
1997 feierte das Musical im Raimund Theater in Wien Premiere – unter der Regie von Roman Polański selbst.
Vom ironischen Film zur großen Gothic-Romanze
Während der Film stark mit Ironie spielt, verändert das Musical die Gewichtung.
- Graf von Krolock wird zur tragischen und erotisch-dämonischen Hauptfigur.
- Die Liebesgeschichte zwischen Sarah und Krolock erhält deutlich mehr Aufmerksamkeit.
- Außerdem dominieren große Chorszenen und spektakuläre Bühneneffekte.
Der Song „Totale Finsternis“ basiert auf Steinmans Welthit „Total Eclipse of the Heart“. Dieser Song wurde zu einem der bekanntesten Musicaltitel im deutschsprachigen Raum.
International hatte die Produktion wechselhaften Erfolg. Dennoch entwickelte sie sich in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu einem Dauerbrenner.
Tanz der Vampire Uraufführung
01 Ouverture - Tanz der Vampire Uraufführung
🎥 Film und Musical im Vergleich
| Film (1967) | Musical (1997) |
| Ironische Horrorparodie | Epische Gothic-Liebesgeschichte |
| Alfred als Identifikationsfigur | Graf von Krolock im Zentrum |
| Subtile Satire | Große Emotionen |
| Filmische Bildkomposition | Monumentale Bühnenspektakel |
Beide Versionen erzählen dieselbe Grundgeschichte – doch mit völlig unterschiedlichem Schwerpunkt. Der Film lebt von feiner Ironie und atmosphärischer Dichte, das Musical von Pathos, Rock-Bombast und romantischer Tragik.
✨ Fazit
Tanz der Vampire ist mehr als nur eine Vampirkomödie. Der Film von 1967 gilt heute als stilprägendes Werk zwischen Horror und Satire. Die Musicalfassung von 1997 transformiert denselben Stoff in ein opulentes Bühnenereignis mit emotionaler Wucht.
Gemeinsam zeigen beide Versionen, wie wandelbar ein Stoff sein kann – vom ironischen Kultfilm zur leidenschaftlichen Gothic-Legende.
Tanz der Vampire – Film in voller Länge