Edgar Wallace – Die Kammer des Schreckens (1940)
Originaltitel: The Door with Seven Locks · Regie: Norman Lee · Produktion: Gainsborough Pictures · IMDb-Bewertung: 5,5/10
Anfang
„Die Kammer des Schreckens“ ist einer der frühen britischen Edgar‑Wallace‑Filme – entstanden 1940, also lange vor der deutschen Wallace‑Welle der 50er und 60er. Der Film basiert auf dem Roman „The Door with Seven Locks“ und trägt alle klassischen Zutaten eines Gothic‑Krimis in sich: ein düsteres Herrenhaus, ein mysteriöses Erbe, verschlossene Räume, ein sadistischer Arzt und ein Netz aus Intrigen, das sich langsam zuzieht. Schon die ersten Minuten erzeugen eine Atmosphäre, die irgendwo zwischen Grusel, Abenteuer und britischem Kriminalkino liegt.
Handlung
Ein wohlhabender Aristokrat stirbt und hinterlässt ein Testament, das in einer geheimen Kammer aufbewahrt wird – einer Kammer, die mit sieben Schlössern gesichert ist. Die Schlüssel geraten in die Hände verschiedener Personen, und plötzlich beginnt eine Reihe mysteriöser Todesfälle.
Die junge June Lansdowne wird in die Ereignisse hineingezogen, als sie versucht, die Wahrheit über das Erbe und die Hintergründe der Mordserie herauszufinden. Unterstützt wird sie von einem Ermittlerduo, das versucht, die Fäden zu entwirren.
Im Zentrum des Schreckens steht das Anwesen des unheimlichen Dr. Manetta, dessen sadistische Experimente und morbide Sammelleidenschaften den Film in Richtung Horror kippen lassen. Die titelgebende Kammer wird zum Symbol für Geheimnisse, die besser verschlossen geblieben wären.
Besetzung
- Leslie Banks – Dr. Manetta
- Lilli Palmer – June Lansdowne
- Romilly Lunge – Dick Martin
- Gina Malo – Glenda Baker
- Cathleen Nesbitt – Ann Cody
- David Horne – Inspector Sneed
- J.H. Roberts – Bertram Cody
- Richard Bird – Tom Cawler
- Robert Rendel – Lord Selford
Rezeption
Der Film wird heute als atmosphärischer, aber typischer Vertreter des britischen Krimikinos der 40er gesehen. Besonders gelobt werden:
- die düstere, fast schon horrorhafte Stimmung,
- Leslie Banks’ bedrohliche Darstellung des Dr. Manetta,
- die Mischung aus Mystery, Krimi und Gothic‑Elementen.
Kritiker betonen, dass der Film trotz seines Alters erstaunlich modern wirkt – vor allem durch seine makabren Untertöne und die klaustrophobische Inszenierung der titelgebenden Kammer.
Kritiken
Moderne Kritiken (u. a. Filmstarts, Scary-Movies) heben hervor, dass der Film ein spannendes Bindeglied zwischen klassischem Krimi und frühem Horror darstellt. Die Handlung sei stellenweise altmodisch, aber die Atmosphäre mache das mehr als wett.
Die IMDb‑Bewertung von 5,5/10 zeigt, dass der Film eher ein Geheimtipp für Fans des frühen britischen Genrekinos ist – aber gerade für Wallace‑Liebhaber ein spannender Blick in die Ursprünge.
Fazit / Persönliche Note
Für mich ist „Die Kammer des Schreckens“ ein faszinierender Blick zurück in die Frühzeit der Wallace‑Verfilmungen. Der Film hat diesen ganz eigenen britischen Charme: düstere Herrenhäuser, verschlungene Gänge, ein Bösewicht, der fast schon an frühe Horrorikonen erinnert, und eine Heldin, die sich mutig durch ein Labyrinth aus Lügen kämpft.
Wer die späteren deutschen Wallace‑Filme liebt, wird hier viele Motive wiedererkennen – nur roher, ungeschliffener und näher am klassischen Gothic‑Krimi. Für mich ein atmosphärischer Oldschool‑Thriller, der zeigt, wie viel Potenzial schon in den frühen Wallace‑Stoffen steckte.