Das Gespenst von Canterville (KI Bild)
„Das Gespenst von Canterville“ (Originaltitel: „The Canterville Ghost“), Zeichtrick-Film. Die Produktion basiert auf der gleichnamigen literarischen Vorlage von Oscar Wilde, einer humorvollen und zugleich tiefgründigen Erzählung.
Die Handlung
Kapitel I
Die Familie des amerikanischen Physikers Hiriam Otis zieht für die Dauer eines viermonatigen Forschungsauftrags in eine ländliche Region Englands. Während der Vater bereits auf dem von ihm gemieteten Schloss Canterville Hall weilt, treffen seine Frau, die pubertierende Tochter Virginia sowie die jüngeren Söhne Adam und Washington dort ein. In dem Schloss lebt zudem ein betagtes Ehepaar, das in den Rollen von Butler und Köchin zum festen Hauspersonal gehört.
Kapitel II
Virginia ist vom ersten Augenblick an von einem Gemälde in der Ahnengalerie gefesselt, das Sir Simon de Canterville zeigt, einen Vorfahren der Familie aus dem 16. Jahrhundert. Anfangs empfindet sie den Aufenthalt in dem alten Gemäuer als eintönig, doch diese Stimmung wandelt sich rasch mit dem Eintreffen des jungen Francis. Des Dukes des benachbarten Anwesens. Bereits in der ersten Nacht geht das Schlossgespenst. Dessen Anwesenheit wird zunächst nur durch Andeutungen der Hausangestellten und Dorfbewohner vermutet. Kettenrasselnd und stöhnend durch die Räume, ohne sich der Familie zu zeigen.
Kapitel III
Beim Frühstück berichten sowohl die Jungen als auch Virginia von den nächtlichen Geräuschen, stoßen jedoch bei ihrem Vater. Einem Wissenschaftler, der nicht an übersinnliche Phänomene glaubt, auf tauben Ohren. Selbst ein Blutfleck vor dem Kamin, der laut der Köchin seit Jahrhunderten dort existiert und bislang allen Reinigungsversuchen widerstanden hat. Die beeindruckten die Eltern nicht wirklich und werden von der Mutter kurzerhand mit einem Fleckenentferner beseitigt.
Kapitel IIII
In den darauffolgenden Nächten erscheint das Gespenst, bei dem es sich um den auf dem Gemälde dargestellten Sir Simon handelt, den Kindern in sichtbarer Gestalt, vermag jedoch weder die Jungen noch Virginia nachhaltig zu erschrecken. Die durch den Lärm geweckten Eltern können den Geist zunächst nicht sehen, da sie – wie später erklärt wird – nicht an ihn glauben. Das Gespenst erneuert den Blutfleck mit Virginias Ölfarben, nachdem die Mutter ihn wiederholt entfernt hat, sogar in grüner Farbe. Der Vater verdächtigt seine Tochter, die nächtlichen Spukereignisse zu inszenieren, um die Familie zum Verlassen des ungeliebten Englands zu bewegen.
Kapitel V
Virginia findet schließlich einen Geheimgang, der zum Verlies führt. Nachdem Sir Simon sich anfangs von ihr gestört fühlt, freundet er sich in den nächsten Tagen mit Virginia an und zeigt ihr den richtigen Weg in ihrer Beziehung zu Francis, in den sie sich inzwischen verliebt hat. Als ihr Vater sie nach einem weiteren nächtlichen Zwischenfall zu ihrer Tante nach Amerika zurückschicken will, stellt sie gemeinsam mit Sir Simon ein Theaterstück auf die Beine, in dem sie selbst Hamlet spielt und das Gespenst die Rolle von Hamlets Vater übernimmt. So hofft sie, ihren Vater von der Existenz des Gespenstes und ihrer Unschuld an den nächtlichen Ereignissen zu überzeugen, da sie aus Liebe zu Francis nicht abreisen möchte.
Kapitel VI
Dies gelingt jedoch nicht, da Sir Simon die Aufführung abbricht. Dennoch sucht sie das Gespenst erneut in seinem Verlies auf, woraufhin es ihr seine Geschichte von Liebe, Verrat und Eifersucht offenbart, die schließlich zum Selbstmord seiner Frau führte. Von sich selbst und der Familie der Verstorbenen schuldig gesprochen, wurde Sir Simon im Verlies angekettet, wo er qualvoll starb und seither seit vierhundert Jahren keine Ruhe findet. Gemäß einer alten Prophezeiung kann er nur durch eine Jungfrau erlöst werden, die für ihn um Vergebung bittet und ihn ins Reich der Toten begleitet.
Fatit
Dieser Kinderfilm verbindet auf geschickte Weise humorvolle Elemente mit einer Erzählweise, die sowohl ein junges Publikum anspricht als auch jene begeistert, die subtile Andeutungen und feinen Humor zu schätzen wissen.