USS Indianapolis: Men of Courage (KI Bild)
Im Jahr 2016 erschien der Kriegs- und Überlebensfilm „USS Indianapolis: Men of Courage“, in dem Nicolas Cage die Hauptrolle des Captain Charles B. McVay III übernimmt.Regie führte Mario Van Peebles, und die Handlung basiert lose auf der wahren Geschichte der tragischen Ereignisse rund um den Untergang des schweren Kreuzers USS Indianapolis im Juli 1945, kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs.
🎬 Worum geht’s?
Der Film erzählt die dramatischen letzten Tage der Indianapolis: Nach einer streng geheimen Mission, bei der das Schiff Komponenten für die erste Atombombe transportiert, wird das Kriegsschiff von einem japanischen U-Boot torpediert. Hunderte von Seeleuten gehen unter, während rund 900 Überlebende auf See treiben, ohne sofort entdeckt zu werden. Sie kämpfen gegen Hitze, Durst, Hunger – und Haie. Nur etwa 317 überleben
Cage verkörpert Captain McVay, einen Kommandanten, der nicht nur den Untergang seiner Besatzung überlebt, sondern sich anschließend auch einem harten Militärgerichtsverfahren stellen muss – ehe er Jahrzehnte nach seinem Tod schließlich posthum rehabilitiert wird.
👨🎤 Cage in der Rolle des Captains
Cage ist bekannt für seine intensiven und oft exzentrischen Charakterdarstellungen, doch in dieser Rolle präsentiert er eine zurückhaltendere, klar dramatische Facette. Als Captain McVay steht er im Mittelpunkt einer tiefgreifenden menschlichen Tragödie, die nicht effekthascherisch inszeniert, sondern vom nackten Überlebenskampf geprägt ist. Seine Interpretation zielt darauf ab, der Figur Würde und Authentizität zu verleihen, auch wenn es dem Film insgesamt nicht immer gelingt, den notwendigen emotionalen Zugang vollständig herzustellen.
📉 Kritik und Rezeption
🎥 Auf Rotten Tomatoes liegt der Tomatometer-Wert bei lediglich rund 18 %, und auch Zuschauerurteile schwanken eher im unteren Bereich.
🎬Der Filmdienst kritisierte die schlechten Spezialeffekte des Films, hingegen sei „der Überlebenskampf im Wasser packend inszeniert“. Auch „darstellerisch“ überzeugt der Film.
🎥 Fazit
Die wahre Geschichte der USS Indianapolis zählt zu den eindringlichsten Tragödien des Zweiten Weltkriegs: ein Schiff versenkt, Hunderte Überlebende tagelang im offenen Ozean treibend – ein kollektives Trauma, das bis heute nachhallt. Während große Werke wie Jaws – in dessen berühmtem Monolog die Ereignisse der Indianapolis erwähnt werden – die Katastrophe indirekt ins öffentliche Bewusstsein rückten, unternahm der Film Men of Courage den Versuch, die Geschehnisse eigenständig zu inszenieren.
Obwohl Nicolas Cage in der Hauptrolle als verlässlicher Fixpunkt agiert, mangelt es dem Werk an inszenatorischer Finesse, um aus diesem historischen Stoff ein mitreißendes Kriegsepos zu formen. Stattdessen hinterlässt der Film bei vielen Zuschauern eher den Eindruck einer B-Movie-Produktion – ernst in der Thematik, aber ohne jene emotionale Tiefe und erzählerische Wucht, die ein packendes historisches Drama auszeichnen würden.
Kuriose Fakten zur Produktion
- Drehort: Viele Szenen entstanden auf der USS Alabama, einem Schlachtschiff-Museum in Mobile, Alabama. Dort wurde unter anderem auch der Action-Klassiker Alarmstufe: Rot gedreht.
- Flugzeug-Unfall: Während der Dreharbeiten zu einer Rettungsszene nahm ein historisches PBY-6A Catalina Wasserflugzeug Wasser auf und strandete. Die Crew blieb unverletzt, aber das Flugzeug konnte nicht gerettet werden und zerbrach.
- Familienerbe: Co-Star Matt Lanter trug während der Dreharbeiten die echten Erkennungsmarken seines Großvaters, der den Untergang der USS Indianapolis tatsächlich überlebt hatte.
Der wahre Hintergrund: Die Tragödie
- Die Mission: Das Schiff lieferte im Juli 1945 streng geheime Bauteile der Atombombe „Little Boy“ nach Tinian.
- Die Katastrophe: Auf dem Rückweg wurde das Schiff von einem japanischen U-Boot torpediert und sank in nur 12 Minuten.
- Überlebenskampf: Von ca. 1.200 Besatzungsmitgliedern überlebten nur 316 Männer. Sie trieben vier bis fünf Tage lang unentdeckt im Wasser und litten unter Dehydration, Halluzinationen und den massivsten Hai-Angriffen der Geschichte.
- Popkultur-Referenz: Die Geschichte der USS Indianapolis wurde erstmals einem breiten Publikum durch den berühmten Monolog von Quint im Film Der weiße Hai (Jaws) bekannt.