Westworld (KI Bild)
Westworld (1973) – Wenn der Wilde Westen zurückschießt
Mit Westworld schuf Michael Crichton 1973 einen Science-Fiction-Film, der seiner Zeit weit voraus war. Was auf den ersten Blick wie ein futuristischer Abenteuerfilm wirkt, entpuppt sich als düstere Vision über Technologie, Kontrollverlust und menschliche Hybris.
Futureworld – Das Land von Übermorgen (1976)
Einige Jahre nach dem „Westworld-Desaster“ scheinen die Probleme behoben zu sein und „Futureworld“ öffnet wieder seine Türen. Zwei Reporter gehen dem mysteriösen Tod eines Freundes nach, der kurz nach seiner Rückkehr aus Futureworld verstarb.
Die Handlung
In einer fernen Zukunft ermöglicht der Themenpark Delos, benannt nach der gleichnamigen griechischen Insel, den Besuchern, in die Rolle eines Revolverhelden, Ritters oder römischen Herrschers zu schlüpfen. Um den Gästen uneingeschränkte Freiheiten zu bieten, bestehen alle Statisten aus menschenähnlichen Robotern, die „verletzt“ oder „getötet“ werden können. Spezielle Sensoren in den Waffen verhindern Verletzungen oder Todesfälle bei Menschen, sodass sich die Gäste ungehindert im gewählten historischen Szenario bewegen können. Nachts werden beschädigte Roboter eingesammelt und in unterirdischen Werkstätten von Ingenieuren gewartet und repariert. Auch intime Begegnungen zwischen Gästen und Robotern sind möglich.
Peter Martin und John Blane wählten den Wilden Westen (Westworld)
Martin erschießt in einem Saloon bei einer Schießerei einen Revolverhelden. Als am folgenden Tag Blane ihn in dessen Hotelzimmer angreift, tötet Martin ihn erneut.
Gemäß seiner Rolle wird Martin verhaftet, kann jedoch aus dem Gefängnis entkommen. Ein Systemfehler verursacht Störungen in den automatisierten Abläufen des Freizeitparks und führt zu Fehlfunktionen der Roboter. Während zuvor sichergestellt war, dass Roboter in Kämpfen stets den Gästen unterlegen waren, kommt es nun zu gefährlichen Auseinandersetzungen ohne diese Einschränkung. Zudem versagen die Sicherheitssysteme der Waffen, was zahlreiche Todesfälle unter den Gästen nach sich zieht.
Der Revolverheld-Roboter, den Peter bereits zweimal besiegt hatte, macht sich auf, um sich an seinem Duellgegner zu rächen. In einem Duell auf der Main Street tötet er Peters Freund John. Schockiert flieht Peter, verfolgt vom Roboter durch die Wüste. Ein Crewmitglied erklärt ihm, dass die Roboter nicht auf normalem Wege gestoppt werden können, ihre Sensoren jedoch beeinträchtigt werden könnten. In der römischen Welt erreicht Peter die unterirdischen Anlagen von Delos, deren Personal aufgrund von Sauerstoffmangel bewusstlos ist.
Im Labor verätzt er das Gesicht des Roboters mit Säure, sodass dieser nur noch Wärmestrahlung erkennt. In der mittelalterlichen Welt lenken brennende Fackeln den Roboter ab, und Peter setzt ihn in Brand. Auf der Flucht in den Kerker rettet er eine vermeintliche Gefangene, erkennt jedoch durch einen Kurzschluss, dass auch sie ein Roboter ist. Der schwer beschädigte Revolverheld-Roboter stürzt schließlich und bäumt sich ein letztes Mal auf.
Kritiken
Westworld erhielt überwiegend positive Kritiken, was sich auch in den Bewertungen US-amerikanischer Aggregatoren widerspiegelt. Rotten Tomatoes verzeichnet zum größten Teil wohlwollende Rezensionen und stuft den Film als „Verbrieft Frisch“ ein. Metacritic kommt im Durchschnitt zu einer Einstufung als „Grundsätzlich Wohlwollend“.
Ein thematisch ambitionierter Science-Fiction-Film mit Anleihen am Frankenstein-Mythos, technisch brillant inszeniert und präzise gefilmt, bleibt letztlich zu sehr an der Oberfläche, sodass die großartige Idee auf halbem Weg verschenkt wird.
– Lexikon des internationalen Films
Die Krone der Unterhaltung scheint hier die Lust am legitimierten Töten zu sein, ausgeschlachtet von einem typisch amerikanischen Großunternehmen, das eine Marktlücke gnadenlos ausnutzt. Das hätte ein absoluter Hit werden können, doch der Film kratzt nur an der Oberfläche. Vieles bleibt rätselhaft: Wer steckt eigentlich hinter der Organisation, die den Freizeitpark betreibt, und welche Ziele verfolgt sie? Muss man sich nur vor fehlgeleiteten Robotern fürchten oder auch vor deren Kontrolleuren? Am Ende gibt es lediglich etwas langatmiges Action-Kino – großartig ist jedoch Yul Brynner.
– Ronald M. Hahn, Volker Jansen: Lexikon des Science-fiction-Films
„Westworld ist ein großartiger Film, der spannende Unterhaltung, unheimlich aktuelle Themen und clever tragikomische Handlungselemente vereint. Michael Crichtons Drehbuch ist ebenso brillant wie seine Regie“.
– Variety
Wikipedia: Literatur Quellen